Terror: Wir als Richter!

 

Heute haben wir einen tollen Film-Tipp für Euch:

Terror von Ferdinand von Schirach, einem Schriftsteller und Strafverteidiger, aus dem Jahr 2016 ist eines der meist gespielten Stücke auf deutschen Theaterbühnen, es folgte eine Verfilmung in der ARD. Doch warum ist das Stück so erfolgreich?

 

Ein uns unbekannter Terrorist kapert eine Passagiermaschine und zwingt die Piloten nun Kurs auf ein voll besetztes Fußballstadion zu nehmen. Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt ein Kampfpilot der Luftwaffe das Flugzeug in letzter Minute ab, alle 164 Passagiere sterben, dafür rettet er vermutlich die 70.000 Besucher des Stadions. Der Name dieses Kampfpiloten lautet Lars Koch.

Dieser muss sich nun vor Gericht für sein Handeln verantworten. Es ist zu klären, ob er sich des Mordes in 164 Fällen schuldig gemacht hat.

 

Das komplette Stück findet nur an einem Ort statt, einem Gerichtssaal, was erstmal langweilig klingt, aber dadurch hat man wirklich das Gefühl mit im Gerichtssaal zu sitzen. Ein besonderes Unikat bietet das Stück und der Film am Ende: Der Zuschauer darf nun als Richter selbst entscheiden, ob Lars Koch schuldig oder unschuldig ist.

 

Das Interessante am Stück ist, die eigenen moralischen Vorstellungen auf den Kopf zu stellen und zu diskutieren, ob der Pilot schuldig ist oder richtig gehandelt hat, indem er 70.000 Menschen rettet und dafür 164 Menschen opfert.

 

Das Stück und auch die Verfilmung sind umstritten: Viele fanden es schlecht, dass unqualifizierte Zuschauer urteilen und Richter spielen dürfen. Bei der Fernsehpremiere von Terror auf dem Sender ARD stimmten 86,9% für unschuldig. Ein klares Urteil!

 

Interessanter sind die Abstimmungsergebnisse der Theaterzuschauer: Vergleicht man die Abstimmungsverhältnisse der Theaterbesucher über eine längere Zeit, fällt auf, dass mehr Leute für Freispruch stimmten, nachdem in der Wirklichkeit ein Terroranschlag geschehen ist. Vielleicht deswegen, weil der Schock tief sitzt oder man hofft, künftigen Terror mit solchen Maßnahmen wie im Theaterstück stoppen zu können.

 

Wir als 10C können dieses Stück sehr empfehlen, da man nicht nur Zuschauer ist, sondern zum Nachdenken angeregt wird, weil man den Schluss mitbestimmen kann. Schaut es euch an!

 

Euer Redaktionsteam: Enes, Eren, Can, Soheil, Angelina und Rana (10C)

 

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